mein Heini …

Mein Heini – is ja nu seit 27 jahren bei die Firma Petersen, Mommsen & Söhne, Im-u. Export am arbeiten…
ohne meinen Heini könn die da ja rein garnich.

Morgens kocht er erstmal für alle Tee. Nur für die Frau Kruse, was die Tippse von den alten Mommsen is, kocht er Kaffee. Eigentlich wollte sie ja nu Cappucino weil das nu so in is, aber so´n neumodischen Kram macht mein Heini nich mit.
Entweder Tee wie alle, oder Kaffee – sonst nix. – „sind doch kein Hotel“ sagt mein Heini immer.

und so viel Zeit hat er ja auch nich, denn dann muss er ja auch schon bald los und den Senior , den ollen Petersen, mit den sein Mercedes abholen.
Ja, der wird immer pünktlich klock 9 zu Hause abgeholt. Is ja nu auch schon büschen betagt der Senior und nich mehr so gut zu Fuss.
Auf´n Weg bringen sie dann auch gleich die Post von Postamt mit und die muss mein Heini dann auch gleich verteilen wenn er den Senior in sein Chefbüro abgeliefert hat.
Den Senior sieht man denn auch den ganzen Tag nich mehr… keinein weiß, was der in sein Büro so den ganzen Tag macht.
ich sag ja immer: der schläft, kann doch sonst nich angehen, das keinein den bis klock 3 nachmittags sieht bis Heini den wieder nach Hause bringt.
Aber Heini sacht : „der denkt“…

na, jedenfalls verteilt mein Heini dann die Post und macht seine Runde mit so’n lütten Wagen…
Rechnungen kommen in die Buchhaltung, da sitzt ja sein Freund Erwin und die hab´n ja auch dann immer erstmal was zu beschnacken.
Bestellungen kricht die Kruse, Zeitung und Kataloge sind meistens auch für die die Kruse und die Todesanzeigen und das Dittmarscher Tageblatt kricht immer der olle Mommsen.
Na jedenfalls hat Heini dann immer gut zu tun, ein Klo is immer irgendwo verstopft oder irgendwo geht ein Licht nich oder ne Tür klemmt und das Treppenhaus muss mal wieder gebohnert werden..
dann die ganzen Teebecher wieder einsammeln und ordentlich spülen … die Kruse is da ja bannig pingelig mit ihre Kaffeetasse – und so’n Spülautomat haben die ja nich bei Petersen, Mommsen & Söhne, Im-u. Export.

Ja und dann is das auch schon wieder Klock 3 und der olle Mommsen will nach Hause..

is ja klar das mein Oller dann immer ziemlich gestresst is wenn er nach Hause kommt,
und ich muss mir das dann alles anhör´n was da wieder so abgegangen is in Büro :
„der reinste Stress mal wieder – keinein weiß Bescheid, aber alle machen mit ! “ sagt mein Heini.

na ja, die können da eben rein garnienich ohne meinen Heini…

herzkasper

nee aber auch, das is ja een Abend west… ich sag nur: Fussball!
Mein Heini is da ja bannig verrückt nach. Und ich sag Sie, ich hab das dann auszubaden…
Also gestern Abend wollte Heini ja eigentlich dieses Spiel umme Meisterschaft mit seine Kollegen von Petersen, Mommsen & Söhne – Im-u. Export – in Willi Petersen sein Krug ankieken. Aber da heb ik ihm ein „P“ vorsett…
nix mit Krug – kucken kannst du auch zu Hause hebb ik seggt.
Und so saß Heini denn ja schon um 8:00 Uhr parat:
auf´n Kopp de Kapp vun Sylvester mit disse Hände die Klatschen tun wenn man an den Bänzel zieht..
Links inne Hand die lütte Deutschlandfahne vonne Tankstelle und rechts sone Art Babyrassel.
Um Hals hätt er `nen Schal vun „Seine Jungs“ …. und um sien linken Oberarm das Blutdruckmessgerät von unsern Dokter.
Reinein bekloppt dieser Kerdel…
na, ik heb em dann noch ein lütten Teller mit Schnittchen hinstellt und veer Buddeln Beer – mehr gifft dat nich…
Mitten op unsern Couchtisch stand de lüttje Buddel mit de Herztroppen und das Telefon mit de Nummer vun unsern Dokter..
Heini wullt ja noch siene ollen Fußballschuh vonne Jugendmannschaft vun FC Esens antrecken, aber doar heb ik seggt: nee un nochmals nee.. nich in mien Wohnzimmer op den neuen Teppich!

Un nu ging das los… Heini hett schimpt wie son Rohrspatz und ich musste alle 15 Minuten op den Ball vun diesen Blutdruckmesser drücken… nee aber ok!
Als dann „de Annern“ das erste Tor scheten hebbt is he ganz kleen worn…
aber 10 Minuten später hebbt dann „seine Jungs“ een Tor scheten un Heini hett mächtig Radau mokt mit seine Rassel.
Inne Pause hebb ik dann schnell mal mit Gerda teleniert und se hätt seggt, eer Kerdel is schon ganz rot in Gesicht un pustet…

Na, un ich sag Sie – dann ging das erst richtig los: „de Annern“ hebbt das zweite Tor schoten un Heini hätt sich dabei an sein Schnittchen verschluckt!
Hett mächtig pustet un is ganz blau in Gesicht worn… ik wusst gornich, was ik toerst moken schall: 40 Herztroppen abzähln oder auf`n Rücken kloppen. De Blutdruckmesser hätt piept wie dull un Heini sit da und verdreht die Augen…
na, zum Glück is dann zwischendurch das Bild vun Fernseher weg wesst un Heini hätt sich wieder berappelt. De Kapp sit ganz scheef up sien roten Kopp un so langsam setzte auch die Atmung wedder in… ich sag Sie, ich kann den Kerdel ja nich mehr besonners gut leiden mit sein ständiges Gemecker, aber wegbleeben schüll he mi nun auch nicht – nee, nich hier op mien neuen Sofa!
Endlich wär de letzte Minute un ich bünn mal schnell zu „Tante Meier“ (wi seggt dat hier zu WC) und plötzlich ging in Wohnzimmer ein Krach los… ik wär bald vor Schreck vunne Schüssel fulln.
So schnell bebb ik noch nie mien Unnerbüx hochtroggen, dat künnt Sie mir glauben…
un was seh ik doar?
Heini steiht op mien scheunen Couchtisch, winkert mit sien Fähnchen vunne Tankstell un gröhlt : ole, ole , oleoleeeee! Finaaale, oleeee!
Ik heb nix mehr seggen künnt – ganz still hebb ik noch 40 Herztroppen abzählt un bin dann in mien Schlafkammer ….
nu geiht das nächsten Sonntag nochmal los.

Aber nich mit mir – nee, ik fahr nach meine Schwester nache Kreisstadt .
Die hat kein Kerl, die kuckt kein Fussball und wir könnt den ganzen Abend fein ruhig sitten un Domino speeln….

Frust oder Fitness

War ich doch gestern bi uns inne Apothek und wollte nur diese Salbe für mein Heini seine Füsse haben, da sacht doch die Olsch von den Apotheker ob ich schon von diese Aktschion in Radio gehört hab : der Norden speckt ab! ….oder so.
Na, das könn sich auch nur so jungsche Redaktörs einfallen lassen, die sowieso schon alle aussehen wie düsse Magermoddels aus die Illustrierten.

Natürlich stand die Apothekerolsch mit ihre 38iger Figur auch direkt neben diese Waage und um sie rum ne ganze Wagenladung von diese angeblich schlank machenden „Fitness-Produkte“ – schlank machen die nur mein Pottmanee …
ich sach Sie, dieses süffisante Lächeln was die Olsch in ihre Frontpartie hatte mit ihre frisch gebleichte Kauleiste …
mir is ganz schummerig wor´n… „Na, meine liiiiebe Frau Hottenkötter — Sie machen doch bestimmt auch mit bei unserer kleinen Aktion
* Achterdiek wird fit – low fat für alle, mit Produkten aus ihrer Seestern-Apotheke* ! “

und eh ich noch´n Piep sagen konnte, hatten sie und ihr abbeldwartscher Kerl mich schon auf das Trittbrett von diese Waage bugsiert…
nee aber auch… ich erspar Sie das jetzt was da stand, aber die Meiersch vonne Bahnstrasse und der Kerl vonne Post, die da um rum standen ham das genau gesehn was da auffe Waage stand…

Mensch , so´n Schiet aber auch – wo der Kerl vonne Post das doch bestimmt überall rumerzählt auf seine Tour… von diese Schludertasche Meier mal ganz abgesehen.
Fehlt ja nur noch, das die das diesen Kerl von Radio verzählen tun und dann komm noch die Reporters und machen diese Vorher – Nachher Bilders und ganz Schleswig – Holstein kricht mit was die olle Hottenkötter wiegen tut….

Also hab ich in meine Verzweiflung noch so´n Tütchen mit so´n Schlankheitspulver köfft…
und die Salbe für mein Heini seine Füsse hab ich glatt vergessen.
Un dann aber nix wie ruut…. mit mien roden Kopp un mien Übergewicht.
Nochmal geh ich da nich hin …. nienich… jedenfalls nich inne nächsten 5 Wochen.

Bis dahin strampel ich jeden Tag auf mein Heimtrainer bis mir die Lunge platzen tut und zu essen gift dat nur noch Grünzeug…

Tschüß Lüders, tschüß Windbüddel mir Schlaggermatschüü..
und Heini muss sehn wo er bleibt – mit seine Frikadellen und Kartoffelsalat mit Majo is nu Schluß…
nur damit Sie das wissen tun, de nächste Sommer kommt bestimmt, und ich will nich, wenn ich da so gemütlich an Strand lieg, das da so Aktivisten von Greenpeace oder von das Radio kommen un mich wieder ins Meer tragen woll´n… so von wegen „Rettet die Wale“ und so…

 

„Erlebniswelt Einkaufen“

treff ich doch neulich Karin, so´ne olle Freundin aus meiner Schulzeit.
Karin is vor jahrenden nach Kübbelsmoor gezogen weil se Heirat hett. Nu sitzt se da in ihre Neubausiedlung, het drei Kinners und ihr Uwe is die meiste Zeit auf Montage weil sie ja ihr neues Haus abzahlen müssen. Neu is das ja nu nienichmehr, aber abzahlen müssen sie immer noch.
Nun ja, Karin war immer so´n Fall für sich..

na jedenfalls hat mir Karin vertellt, das da in ihre Neubausiedlung nun auch so´n Diskounter aufgemacht hat.
Der mit die blauweissen Tüten und den grossen A in sein Namen… ich kauf da ja nich. Wir haben hier in Achterdiek ja „Lüders“ und da geh ich schon immer hin.
Lüders is auch mit mir inne Schul gangen und das verbindet eben.
Und nett is das da auch immer, so richtig familiär.
Was den Lüders seine Mutter is, die macht ja die Wurst und Käsetheke immer noch auch wenn sie schon auf die 80 geht und nich mehr so gut kieken kann.
Seine Frau Anni sitzt anne Kasse und sein Sohn Henning is ja nu auch schon 17 und macht den Getränkemarkt.

Aber das Beste bei Lüders sein Supermarkt is, das du immer wen treffen tust… und da brauchst du dann auch keine Zeitung, denn was den Lüders seine Mutter is, die is die lebende Zeitung von Achterdiek und de weiß alles was so passiert bei uns in Dörp : wer heirat hat, wern Kind kriegt hätt und wer sien Frau vertrümmt hat.. und wer gestorben is.
Und immer gifft dat was lüttes zum probier´n und ´nen Tass Kaffee kannst du auch trinken bei den Bäckerstand.
„Erlebniswelt Einkaufen“ sagt Lüders immer , das is nu modern.

Aber das nur so nebenbei….. na, ich war ja nu neugierig un bin mal zu diesen neuen Diskounter gefahr´n..
nee, war das da voll, das is ja nix für mich. Und dann war´n da ja all diese jungen Frauns aus der Neubausiedlung und de hätt dann ja auch noch all ihre Görn dabei..
toben da mit die Wagens rum und bufft dich inne Hackens.
Eeen war da, son lütte Jung, der brüllte dann auch den ganzen Laden zusammen nach seine Fruchtzwerge, aber die Mutter het sich da erst gar nich an stört, aber dann hätt se ´nen ganz roten Kopp kregen und zurück brüllt : Fabian-Ullrich, denk an die stille Treppe !
Hat er aber wohl nich gemacht, denn er hätt weiter brüllt…
Kein Wunder, wenn man schon mit den Namen so gestraft is, oder ?

Naja, mir hat das da jedenfalls nich gefallen bei den Diskounter, keiner da mit den du mal hast klönen können, kein Kaffee, keine Neuigkeiten..

nee, ich geh wieder zu Lüders …

Männers un‘ Frunslüd..

letzte Woche hat mir meine Fründin Gerda ja ein Buch zum Kartenabend mitbrocht und meent, ik schall dat unbedingt lesen..
ihr wäre ja ein Licht dabei aufgegangen, „ein Licht“ meinte sie, das wäre ja schon eher so wie so´n Flutlichtstrahler wie bei uns auf´n Sportplatz vom 1. FC Achterdieck. Nu ja, wenn Gerda schon so´n Licht sehen hätt, denn muss das ja man doll sein..

Der Titel war : „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ und ich sach Sie, das war ein Ausflug in die ganz tiefen Windungen von das menschliche Denken. Die reinsten Urinstinkte…

aber mir is da ein Licht aufgegangen, genau wie Gerda mit die Flutlichtstrahler..
wir Fraunslüüd könn´n ja rein ein alles wenn wir wüllt!

Ton Beispiel mehrere Dinge gleichzeitig tun… also telefonieren und dabei fernsehn, oder stricken und dabei nochn Buch lesen…
mit unsern Männern schlopen und dabei an Brad Pitt denken..
ich sach Sie, rein doll is das.

Und Männer ?
ja, die könnt auch wat … also… na gut, de könnt…. moment, gleich fällt mir was ein….

aber was sie nich gut könnt is das mit die zwei Dinge gleichzeitig : so wie Sportschau sehen und reden…..
aber sie geben sich ja Mühe, sie woll´n uns ja helfen.
Zum Beispiel bei der Hausarbeit…
aber sie könn´n das einfach nicht wegen den „gleichzeitig“ so wie „staubsaugen und atmen… “

wir Fraunslüüd sind da ja viel flexibler…
wir können telefoniern , die Lippen anmalen, ´nen Appel eeten, die Kinders beruhigen, und dabei noch autofahren…
na ja, nich gerade rückwärts dabei einparken….

Aber ich frag Sie : is das so wichtig ?